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25.09.25

Frau Meiser

Scheidung und Schulden – Ursachen, Folgen und Lösungen

Symbolfoto: Scheidung und Schulden – Dokumente und Hausschlüssel auf dem Tisch in einer Anwaltskanzlei

Scheidungen gehören zu den häufigsten Auslösern von finanziellen Schwierigkeiten. Während die emotionale Belastung im Vordergrund steht, wird oft unterschätzt, welche finanziellen Folgen eine Trennung nach sich zieht. Plötzlich sind zwei Haushalte zu finanzieren, Unterhaltspflichten entstehen, und gemeinsame Kredite bleiben bestehen – ganz gleich, ob ein Partner ausgezogen ist oder nicht.
Das Ergebnis: Viele geraten durch die Scheidung in eine finanzielle Schieflage. In manchen Fällen führt das sogar in die Überschuldung. Doch so ausweglos die Situation erscheinen mag – es gibt konkrete Strategien und rechtliche Möglichkeiten, die helfen können, wieder Ordnung in die Finanzen zu bringen.

Hauptursachen für Schulden nach der Scheidung

Eine Scheidung bedeutet nicht nur emotionale Trennung, sondern auch eine Neustrukturierung des gesamten Alltags – und damit der Finanzen. Typische Gründe für neue oder wachsende Schulden sind:

  • Doppelte Haushaltsführung: Statt einem gemeinsamen Haushalt müssen nun zwei Wohnungen bezahlt werden. Dazu kommen Kosten für Einrichtung, Nebenkosten und Versicherungen.
  • Unterhaltspflichten: Kindes- und Ehegattenunterhalt können erhebliche Teile des Einkommens binden.
  • Laufende Kredite: Autokredite, Baufinanzierungen oder Ratenkäufe bestehen weiter – unabhängig davon, wer sie nutzt.
  • Gerichts- und Anwaltskosten: Schon eine einvernehmliche Scheidung kostet mehrere tausend Euro. Bei Streitigkeiten steigen die Kosten erheblich.
  • Streit um Immobilien: Besonders kritisch wird es, wenn ein Haus oder eine Eigentumswohnung im Spiel ist.

Viele Betroffene unterschätzen, dass selbst ein solides Einkommen durch diese Mehrbelastung schnell nicht mehr ausreicht.

Die Rolle gemeinsamer Kredite und Immobilien

Ein zentrales Problem nach der Scheidung sind gemeinsame Kredite. Auch wenn man persönlich keinen Nutzen mehr von der finanzierten Sache hat – die Haftung bleibt bestehen.

  • Mithaftung: Wer einen Kreditvertrag unterschrieben hat, haftet gesamtschuldnerisch. Das bedeutet: Die Bank kann den gesamten Betrag von einer Person verlangen, unabhängig davon, wie sich die Ex-Partner geeinigt haben.
  • Hauskredit: Besonders schwierig ist es, wenn ein gemeinsames Haus im Spiel ist. Bleibt einer in der Immobilie, muss er die Raten oft allein stemmen – was nicht selten überfordert.
  • Risiko Zwangsversteigerung: Können die Raten nicht mehr bedient werden, droht die Zwangsversteigerung. Diese bringt meist weniger ein als der Restkredit, sodass Schulden bestehen bleiben.

Die Aufteilung gemeinsamer Immobilien und Kredite ist daher einer der häufigsten Streitpunkte – und einer der größten Auslöser für Schulden.

Unterhaltspflichten und finanzielle Realität

Unterhaltspflichten sind ein weiterer Faktor, der nach der Scheidung schnell zu Schulden führen kann:

  • Kindesunterhalt: Verpflichtend bis zum Ende der ersten Ausbildung des Kindes.
  • Ehegattenunterhalt: Kann zugesprochen werden, wenn ein Partner finanziell schwächer gestellt ist.
  • Selbstbehalt: Schuldner dürfen nur einen bestimmten Betrag für den eigenen Lebensunterhalt behalten – alles darüber hinaus kann für Unterhalt herangezogen werden.

Für viele bedeutet das: Auch wenn sie zahlen, geraten sie selbst in eine prekäre Lage. Nicht selten entstehen dadurch neue Schulden.

Rechtliche Rahmenbedingungen bei Scheidung und Schulden

Bei einer Scheidung greifen verschiedene gesetzliche Regelungen, die direkten Einfluss auf die finanzielle Lage haben:

  • Zugewinnausgleich: Vermögen, das während der Ehe erwirtschaftet wurde, wird ausgeglichen. Wer mehr Zugewinn hatte, muss die Hälfte abgeben.
  • Haftung für Schulden: Grundsätzlich haftet jeder für die eigenen Schulden. Wurden jedoch gemeinsame Kredite aufgenommen, haften beide Partner gemeinsam.
  • Immobilien: Ob Verkauf, Übernahme oder Teilungsversteigerung – das Familienheim ist oft der komplizierteste Vermögensgegenstand.
  • Vermögensauskunft: Können Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden, kann die Abgabe einer Vermögensauskunft drohen.

Die rechtlichen Aspekte sind komplex – und ein häufiger Grund, warum Betroffene sich frühzeitig rechtliche und fachliche Beratung suchen sollten.

Handlungsoptionen für Betroffene

Auch wenn die Lage schwierig ist, gibt es Handlungsmöglichkeiten:

  • Frühzeitig Gläubiger informieren: Wer Banken oder Kreditgeber rechtzeitig kontaktiert, kann Ratenpausen oder neue Vereinbarungen aushandeln.
  • Umschuldung prüfen: Eine Umschuldung kann Zinsen senken und die monatliche Belastung reduzieren.
  • Immobilienlösung finden: Verkauf oder Übertragung der Immobilie ist oft besser, als die Zwangsversteigerung abzuwarten.
  • Vergleichsverfahren: Gläubiger sind manchmal bereit, auf einen Teil der Forderungen zu verzichten, wenn sie dafür schneller Geld erhalten.
  • Schuldnerberatung: Professionelle Unterstützung kann helfen, alle Optionen zu prüfen und die passende Strategie zu wählen.
  • Privatinsolvenz: Wenn keine andere Lösung greift, ist auch die Verbraucherinsolvenz ein möglicher Weg – mit dem Ziel der Restschuldbefreiung.

Erfahrungsbericht

Marion S. (49) „Nach der Scheidung blieb ich mit zwei Kindern im Haus zurück. Anfangs dachte ich, ich könnte die Raten für den Kredit irgendwie stemmen. Doch schnell wurde klar, dass es nicht reicht. Zusätzlich musste mein Ex-Mann Unterhalt zahlen, was unsere Gespräche noch schwieriger machte.
Die Mahnungen stapelten sich, und ich fühlte mich wie in einer Sackgasse. Erst als ich zur AdvoNeo Schuldnerberatung ging, habe ich wieder klar gesehen. Wir haben das Haus verkauft, bevor es zur Zwangsversteigerung kam. Es war ein schwerer Schritt, aber er hat mich vor noch größeren Schulden bewahrt.
Heute lebe ich zur Miete, habe zwar immer noch Schulden abzuzahlen, aber ich habe einen Plan und wieder eine Perspektive. Ohne Hilfe wäre ich weiter in den Problemen versunken.“

FAQ – Häufige Fragen

Wer haftet für gemeinsame Schulden nach einer Scheidung?

Beide Partner haften gesamtschuldnerisch. Das bedeutet: Die Bank kann sich aussuchen, von wem sie das Geld einfordert.

Was passiert mit einem gemeinsamen Haus bei Scheidung?

Möglichkeiten sind: Verkauf, Übernahme durch einen Partner oder Teilungsversteigerung. Oft ist der Verkauf die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.

Kann ich Kredite nach der Scheidung einfach aufteilen?

Nein. Die Bank muss einer Vertragsänderung zustimmen. In der Praxis ist das oft schwierig, da sie beide Schuldner als Sicherheit behalten will.

Kann Unterhalt gepfändet werden?

Unterhaltsansprüche sind grundsätzlich nicht pfändbar, da sie dem Existenzminimum dienen. Das Einkommen des Unterhaltspflichtigen kann jedoch gepfändet werden, wenn andere Schulden bestehen.

Hilft eine Privatinsolvenz nach Scheidung?

Ja, in vielen Fällen. Sie ist eine Möglichkeit, sich innerhalb weniger Jahre von den verbliebenen Schulden zu befreien.

Fazit

Scheidung und Schulden hängen eng zusammen. Getrennte Haushalte, Unterhaltspflichten, Kredite und Immobilien machen eine ohnehin schwierige Phase oft zur finanziellen Belastungsprobe.

Doch auch wenn es schwerfällt: Wer frühzeitig handelt, Gläubiger einbindet und sich beraten lässt, kann eine Eskalation verhindern.
Der wichtigste Schritt ist, das Problem nicht zu verdrängen. Mit professioneller Unterstützung und klaren Entscheidungen ist es möglich, die Kontrolle zurückzugewinnen und langfristig wieder schuldenfrei zu werden.

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