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Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB)

Von Herr Bening / Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2026 / 5 Minuten Lesezeit / Mahnverfahren, Pfändung

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Mit einem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, kurz PfÜB, kann ein Gläubiger Lohn, Kontoguthaben oder andere Forderungen pfänden lassen. Wirksam wird die Pfändung, sobald der Beschluss dem Drittschuldner, etwa der Bank oder dem Arbeitgeber, zugestellt ist. Das kann geschehen, bevor Sie den Beschluss in der Hand halten. Wer ihn bekommt, hat deshalb meist wenig Zeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein PfÜB pfändet Forderungen, etwa Lohn oder Kontoguthaben, und überweist sie dem Gläubiger (§§ 829, 835 ZPO). Sachpfändungen, zum Beispiel am Auto, führt der Gerichtsvollzieher durch.
  • Der Gläubiger braucht regelmäßig einen vollstreckbaren Titel, die erforderliche Klausel und die Zustellung. Das Vollstreckungsgericht erlässt den Beschluss auf seinen Antrag (§ 828 ZPO).
  • Die Pfändung wirkt mit der Zustellung an den Drittschuldner, also Bank oder Arbeitgeber, nicht erst mit Ihrem Erhalt (§ 829 Abs. 3 ZPO). Vor dem Beschluss werden Sie nicht angehört (§ 834 ZPO).
  • Bei einer Kontopfändung zählen Fristen: Das Konto lässt sich binnen eines Monats in ein P-Konto umwandeln, und die Bank darf frühestens einen Monat nach Zustellung an den Gläubiger auszahlen (§ 899 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 835 Abs. 3 ZPO). Das sind zwei getrennte Rechtsfolgen.
  • Es gelten Pfändungsgrenzen. Ohne Unterhaltspflichten bleibt Nettoeinkommen bis 1.589,99 Euro unpfändbar, auf dem P-Konto sind 1.590 Euro geschützt (Stand: 1. Juli 2026).

Was ist ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss?

Mit dem PfÜB pfändet das Vollstreckungsgericht eine Forderung des Schuldners gegen einen Dritten und überweist sie dem Gläubiger. Er besteht aus zwei Teilen. Die Pfändung verbietet dem Dritten, an den Schuldner zu zahlen, und verbietet dem Schuldner, über die Forderung zu verfügen (§ 829 Abs. 1 ZPO). Die Überweisung ermöglicht dem Gläubiger, die gepfändete Forderung einzuziehen. Sie kann zur Einziehung oder an Zahlungs statt zum Nennwert erfolgen (§ 835 Abs. 1 ZPO). In der Praxis steht meist die Überweisung zur Einziehung im Vordergrund.

Der Dritte heißt Drittschuldner. Das ist der Schuldner des Schuldners: bei einer Lohnpfändung der Arbeitgeber, bei einer Kontopfändung die Bank.

Der PfÜB ist keine Sachpfändung. Wegen beweglicher Sachen wie Auto oder Fernseher vollstreckt der Gerichtsvollzieher nach §§ 808 ff. ZPO. Der PfÜB betrifft Forderungen und andere Vermögensrechte (§§ 828 ff. ZPO).

Regelmäßig braucht der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel, eine erforderliche Vollstreckungsklausel und die gesetzlich vorgeschriebene Zustellung. Für bestimmte Titel gelten Ausnahmen, etwa bei Vollstreckungsbescheiden (§ 796 Abs. 1 ZPO). Den Antrag stellt der Gläubiger beim Vollstreckungsgericht, in der Regel dem Amtsgericht am Wohnsitz des Schuldners. Er muss dafür ein amtliches Formular verwenden, in dem er den Beschluss gleich als Entwurf mitliefert (§ 829 Abs. 4 ZPO).

Das Gericht prüft, ob die Vollstreckungsvoraussetzungen vorliegen. Es klärt nicht umfassend, ob die Forderung wirtschaftlich berechtigt oder inzwischen bezahlt ist. Behörden pfänden dagegen mit einer eigenen Pfändungsverfügung, ohne gerichtlichen Beschluss.

Wie sieht ein PfÜB aus?

Der Beschluss entsteht aus einem Formular. Darin stehen Gläubiger, Schuldner und Drittschuldner, die Forderung, für die vollstreckt wird, die Beträge samt Kosten und die gepfändete Forderung. Der Gläubiger reicht den Antrag mit dem Entwurf ein, das Gericht erlässt ihn mit seinem Beschluss.

Muster Beispiel Pfändungs und Überweisungsbeschluss PfÜB
Originaler Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (aus Datenschutzgründen teilweise geschwärzt)

Zugestellt wird zuerst dem Drittschuldner. Der Gläubiger lässt den Beschluss zustellen. Dem Schuldner stellt ihn der Gerichtsvollzieher mit dem Zustellungsnachweis zu (§ 829 Abs. 2 ZPO). Die Pfändung gilt aber bereits mit der Zustellung an den Drittschuldner als bewirkt (§ 829 Abs. 3 ZPO). Bei einer Kontopfändung erfahren viele Betroffene davon erst, wenn sie am Geldautomaten kein Geld mehr bekommen.

Was passiert, wenn man den PfÜB bekommen hat?

Die Pfändung hat dann schon gewirkt. Der Drittschuldner darf nicht mehr an Sie zahlen, und Sie dürfen nicht mehr über die gepfändete Forderung verfügen. Der Gläubiger darf sie stattdessen selbst einziehen.

Bei einer Lohnpfändung führt Ihr Arbeitgeber den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an den Gläubiger ab. Ohne Unterhaltspflichten bleibt Nettoeinkommen bis 1.589,99 Euro im Monat unpfändbar (Stand: 1. Juli 2026). Wie viel darüber hinaus pfändbar ist, regelt die Pfändungstabelle.

Bei einer Kontopfändung darf die Bank über das gepfändete Guthaben grundsätzlich nicht mehr frei verfügen. Bei Konten natürlicher Personen darf sie frühestens nach Ablauf eines Monats seit Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank an den Gläubiger zahlen (§ 835 Abs. 3 ZPO). Unabhängig davon gilt: Wird Ihr Konto innerhalb dieser Monatsfrist in ein P-Konto umgewandelt, greift der gesetzliche Pfändungsschutz auch für das bereits gepfändete Guthaben (§ 899 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Die Auszahlungssperre garantiert nicht, dass sämtliches Guthaben geschützt bleibt. Für künftige Gutschriften auf einem P-Konto gelten weitere Schutzregeln (§ 900 ZPO). Auf dem P-Konto sind 1.590 Euro im Monat geschützt. Wie das geht, steht im Beitrag zum P-Konto.

Die Pfändungsgrenzen gelten aber nicht gegenüber jedem Gläubiger gleich. Bei Unterhaltsansprüchen gelten besondere Regeln (§ 850d ZPO), die Ihnen nur den notwendigen Unterhalt belassen. Für Sozialleistungen gelten ebenfalls Sonderregeln. Den pfändungsfreien Betrag können Sie mit dem Pfändungsrechner ausrechnen.

Frau mit Schulden sitzt vor Stapel Rechnungen
Laufen bereits Pfändungen, wird es umso schwieriger, weitere offene Rechnungen zu bezahlen und den Lebensunterhalt zu bestreiten.

FAQ

Fazit

Ein PfÜB ist keine bloße Ankündigung: Die Pfändung wirkt schon mit der Zustellung an Bank oder Arbeitgeber. Das macht die ersten Tage wichtig: Prüfen Sie, wer pfändet, notieren Sie die Fristen und sichern Sie Ihr Konto, solange die Monatsfrist läuft. Danach lässt sich in Ruhe klären, wie sich die Schulden selbst lösen lassen.

AdvoNeo Mitarbeiterin im Gespräch
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